Unsere Ahnen

 

Viele der Ahnen findest du hier.
Von jedem führt eine Spur zu dir.
Von jedem ein Tropfen Blut in dir rinnt,
Der deine Bahn im geheimen bestimmt.
 
Ihr Tun und Denken schwingt in dir wieder -
Drückt das Gewicht ihrer Fehler nieder,
Hebt dich ihr Reichtum, ihr sehnendes Streben,
Kraft und Richtung soll es dir geben.
 
Hast versenkt du dich in ihr Geschick,
In ihr Kämpfen und Mühen, ihre Not, ihr Glück -
Dann blicke vorwärts und sei bereit,
Dein Werk zu tun zu deiner Zeit.
 
Liebe dies Leben! Umfasse es tief!
Erfühle den Sinn, wozu es dich rief!
Doch verlangt es von dir ein Ja oder Nein,
Bedenk, es gehört nicht dir allein.

 

Fikenscher ???

 

Der Familienforscher

 

Man forscht, man ahnt, man kalkuliert
was in den Büchern aufgeführt
in einem Wust vergilbter Daten.
oftmals ist´s pures Rätselraten
geheimnisvoller Schnörkeleien,
die sich da aneinanderreihen
auf urkundlichem Pergament,
das die Familienchronik kennt.

 

Der Forscher an dem Lesepult
bedarf besonderer Geduld,
um sich in jenen Hieroglyphen
in längst Vergang´nes zu vertiefen
und, nach gar zähem Mühewalten,
entstaubte Fakten festzuhalten
(und zwar im Klartext für den Laien -
die Ahnen mögen dies verzeihen!)

 
Unwiderstehlich ist der Bann
der Welten, die sich aufgetan
und der Familie Schicksal lüften
durch kunstvoll handgeschrieb´ne Schriften...
trotz viel Geduld und viel Geschick
gibt`s leider nicht nur Forscherglück.
doch, ist sie auch mal irreführend -
Genealogie bleibt faszinierend!

 

Christina Mauersberger

 

Wenn deine Ahnen erzählen könnten....

 

Wenn du deine Ahnen sehen könntest, wenn sie alle vor dir stünden,

wüsstest du mehr als ihre Daten, wann sie geboren, wann sie gingen?

Das alleine wär' zu wenig, bitte sei zu mehr bereit,

sie alle hatten vor dir ihr Leben, durchlebten alle Freud und Leid.

 

Wenn du deine Ahnen sehen könntest, wärst du auf sie stolz?

Wär’n Grafen, Ritter, Edelleut’ und Bauern aus einem Holz?

Erfreut dich nur der eine, der im Licht der Helden steht,

oder grüßt du auch den armen Schlucker, der sein Brot umdreht?

 

Wenn du deine Ahnen erleben dürftest, in ihrer eignen Welt,

dann wüsstest du, was in ihrem Leben wirklich war von Wert.

Ein Dach, das die Familie schützt, ein Feuer, etwas Brot,

wenn Friede herrscht, kein Kind ist krank, dann ist auch keine Not.

 

Wenn du deine Ahnen treffen könntest, was sagten sie zu dir?

Dass du bald selbst ein Ahne bist, ein Name auf Papier.

Nun überleg dir, was man später sich von dir erzählen wird

und behandle jeden Ahnen mit dem Respekt, der ihm gebührt.

 

unbekannt

 Die Bilder unserer Ahnen


Die Bilder unserer Ahnen,
die uns immer wieder mahnen,
dass auch unser kurzes Leben
nicht auf Dauer ist gegeben.
Ihre Mühen, ihre Nöte und Sorgen,
sind auch die unsren - jeden Morgen.
Was sie an Liebe und Hass hatten,
wirft heute bei uns seine Schatten.
Ihre Geschichte, ihr Glück und Erleiden,
können sich von unseren nie unterscheiden.
Sie wirken in uns, sind die gleichen geblieben.
Ihr Leben ist in das unsere geschrieben!
Und alle folgenden Generationen
haben die Ahnen in sich wohnen!
Ohne sie wären wir nicht hier,
warum wir auch, und ohne Gezier
sie alle so nehmen sollen, wie sie waren,
ohne viel unnötig trennende Gebahren,
Abwenden, Aufrechnen und Vergessen.
Wer ist schon so vermessen,
zu sagen: Wir sind von Fehlern frei?
Der sollte herabsteigen von seiner Kanzlei!
Wir sind vom selben Stamm, der selben Mutter,
vom selben Schiff, vom selben Kutter,
vom selben Vater, vom selben Baum,
vom selben Himmel, vom selben Traum.
Und wenn wir uns die Hände reichen
müssen Ängste und Sorgen weichen!
Egal aus welcher Stadt, aus welchem Land,
wir sind doch alle verwandt!

 

Gisela H. Sanders

 

Das alte Kirchenbuch


Du altes Buch mit den vergilbten Seiten,
wie weht es mich aus dir so wundereigen an!
Jahrhunderte sahst du vorübergleiten,
wie Meeresflut die Zeit verschäumte und zerrann.

Schlicht kündest du, was einstmals ist geschehen,
von Freuden, die das Herz so hoch und stolz geschwellt
von Leid und Not, die wie des Sturmes Wehen
so manches Menschenglück zersplittert und gefällt.

Wie Möwenflug geschwind entfliehn die Jahre,
Geschlechter blühn, verblühn, versinken und vergehn,
in diesem Buch die Wiege und die Bahre
zu engster Näh' geschmiegt oft bei einander stehn.

Heißt vieler, vieler Los nicht oft: Vergessen,
wenn man der Erde gab, was von der Erde war?
Im Kirchenbuch, so karg sein Raum bemessen,
nicht einer fehlt aus der jahrhundertlangen Schar.

Der erste Schrei, die frohe Feierstunde,
da aus der Menschenknospe ward ein christlich Reis
der Tag, an dem in der Gefährten Runde legte,
die hohe Zeit der Hoffnung rote Rosen trug
und Zukunftsmut die Herzen froh bewegte,
wieviel erzählst du mir, du längst zerschlissenes Buch!

Kein Friedhof zählt so viele Leichensteine,
wie du beweist des Tod's titanenhafte Macht,
das Leben trennt, ein jeder sucht das Seine,
der Tod vereint, nur e i n e Farbe kennt die Nacht.

Wer mag entfliehn des Todes dunklen Schwingen!
Auf einem Blatt stehn hier oft Ahn und Kindeskind
und Männer, Mütter, Mädchen, die da gingen
denselben Weg, auf dem wir alle Pilger sind.

Und die einstmals in diesem Buch geschrieben
von andrer Menschen Glück und Leid, das Gott geschickt,
die Handschrift zeigt's, sie wurden selbst zerrieben,
ihr eigner Name auch in gleichem Glied und Kreis,
zu End' ihr Amt, ihr Hassen und ihr Lieben,
von dessen Grund und Ziel der Herr allein nur weiß!

Vor mir verschwimmt in fernste Ewigkeiten,
die Zeit, die alles hält in ihrem strengen Bann.
Du altes Buch mit den vergilbten Seiten,
wie weht es mich aus dir so wundereigen an!

 

Gisela H. Sanders

 

Zitate & Lustiges

 

Der Brief eines Verzweifelten:

"Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Wie Sie wissen, habe ich eine Witwe mit einer zwanzigjaehrigen ledigen Tochter geheiratet.
Diese Chance nahm dann mein Vater wahr und heiratete sie. Mein Vater wurde damit also mein Schwiegersohn und meine Stieftochter wurde zu meiner Stiefmutter.
Als meine Frau  einen Jungen bekam, war das der Schwager meines Vaters und gleichzeitig mein Onkel (als Bruder meiner Stiefmutter).
Nun hat ja meine Stiefmutter, die ja zugleich meine Stieftochter ist, vorgestern ebenfalls einen Jungen bekommen und der ist nun also sowohl mein Bruder als auch mein Enkel!
Ich selbst aber bin der Mann meiner Frau und ihr Enkel (als Sohn ihres Schwiegersohnes). Meine Frau ist meine Grossmutter (als die Mutter meiner Stiefmutter). Und da der Mann meiner Grossmutter mein Grossvater ist, bin ich nun auch noch mein eigener Grossvater.

Bitte, Herr Pfarrer, wann kann ich einmal bei Ihnen vorbeikommen?"

 

"Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet,

das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt,
das Kostbarste, was er im Leben besitzt,
ist die Familie."

Adolf Kolping

 

"Wer in der Zukunft leben will,
muß in der Vergangenheit buchstabieren."   

André Malraux

 

"Wie die Väter einst gestritten,
was sie trugen und erlitten,
sagt euch der Geschichte Buch.
Laßt sie nicht zuschanden werden,
was der Väter Kraft auf Erden
einst begann, vollbringt es ihr."

Jens Seidel

 

 "Freund, wenn dein Stammbaum uns nur erst beweisen kann,
Dass Glied vor Glied von deinem Ahnherrn an
Verstand und Tugend abgenommen;
So tret´ ich deiner Meinung bey,
Dass das Geschlecht, von dem du abgekommen,
Das älteste im Lande sey."

unbekannt.